Samstag, 17. November 2018

Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald

There's a scene, or rather a moment, in The Crimes of Grindelwald which neatly exemplifies the need for the film's parent franchise – the proposed five-part Fantastic Beasts series, serving as an extension to Harry Potter's Wizarding World – to radically change course in its three remaining instalments in order to succeed narratively and creatively.

The moment occurs when the film makes a stop at Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry, where the audience sees Albus Dumbledore (Jude Law), the iconic school's eventual headmaster, teaching a class and off-handedly giving instructions to Professor Minerva McGonagall – one of Harry Potter lore's most popular supporting characters, played so memorably by Maggie Smith in the original film series. What seems like an innocent shoutout at first glance – a playful reference designed to delight fans – is a significant breach of in-universe continuity, and as such, a window into Fantastic Beasts' slapdash approach to storytelling.

For The Crimes of Grindelwald is set in 1927, a full eight years before Minerva McGonagall's birth, according to the timeline suggested by Wizarding World creator and Fantastic Beasts screenwriter J. K. Rowling in her Harry Potter novels and ultimately laid down in her writings for Pottermore, the Wizarding World's official online lexicon. This oversight is damning not merely because Rowling the screenwriter seems to be working against Rowling the prose writer here, but also, and more importantly, because the scene in question does not require McGonagall's presence in the first place.

This obsession with creating links between Fantastic Beasts and Harry Potter – darkly reminiscent of the Hobbit trilogy's worst impulses – seriously undermines Rowling's and long-standing Wizarding World director David Yates' attempt to fashion their latest creation into a saga capable of existing on its own terms. Not only do nods like the one to Professor McGonagall distract from Fantastic Beasts' already convoluted plot; they hamstring the development of the new franchise's protagonists.

Like its predecessor, Yates' Fantastic Beasts and Where to Find Them, The Crimes of Grindelwald is ostensibly centred on Newt Scamander (Eddie Redmayne, reliably endearing), the socially awkward magical zoologist who aids Albus Dumbledore in keeping the peace in the Wizarding World. And in 1927, that peace is especially fragile, as dark wizard Gellert Grindelwald (a bland Johnny Depp) escapes from incarceration and seeks to wreak havoc and enslave non-magical people across the world. To that end, he seeks to enlist the help of Credence (Ezra Miller), a young, disillusioned wizard with enormous powers.

Magical zoologist Newt Scamander (Eddie Redmayne, right) helps Professor Albus Dumbledore (Jude Law) to stop the Wizarding World from descending into war.
© 2018 Warner Bros. Ent.
What becomes apparent in Crimes is that there is no satisfying way to combine a narrative starring Newt with one focused on the rise of Grindelwald, as one will always take away from the other. Fantastic Beasts is never as engaging as when it depicts its hero interacting with his beloved magical creatures and, to a lesser extent, his friends. But charming as these Arcadian sensibilities may be, they are fundamentally, and increasingly, at odds with the franchise's epic ambitions, as it sets up Grindelwald as the supervillain behind the Wizarding World's version of World War II.

It comes as no surprise, then, that Crimes, while reasonably diverting and unfailingly beautiful to look at, is a tonal and narrative mess, stumbling through more than two hours of nearly impenetrable intrigue, specious plotting, laughable twists and turns, tedious dialogue, and gratuitous name-dropping. The magic, meanwhile, is nowhere to be found.

★★

Montag, 12. November 2018

Trailer: "Pokémon: Detective Pikachu"



"Eigentlich war es ja nur eine Frage der Zeit: Pokémon, die kleinen kämpfenden Videospielmonster aus Japan, gibt es seit 1995; die Elektromaus Pikachu ist eine internationale Ikone, die seit gut 20 Jahren auch aus europäischen und amerikanischen Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken ist. Das ursprüngliche Zielpublikum ist längst erwachsen geworden – und damit reif für einen familienfreundlichen Realspielfilm mit CGI-Pokémon und einer gehörigen Portion Nostalgie."

Ganzer Artikel auf Maximum Cinema (online einsehbar).

Samstag, 3. November 2018

Halloween

© Universal Pictures Schweiz

★★★

"Trotz der fehlenden Zahl im Titel ist Greens Halloween eine klassische Fortsetzung: Was im ersten Film funktioniert hat, wird hier auf die Spitze getrieben – mehr Blut, mehr Protagonisten, aufwändiger inszenierte Schreckmomente. Das ist zwar ungemein unterhaltsam, lässt aber mitunter Carpenters schnörkellose Direktheit vermissen."

Ganze Kritik auf Maximum Cinema (online einsehbar).

Freitag, 12. Oktober 2018

Dogman

© Xenix Filmdistribution GmBH

★★★★

"Die Bemerkung, dass sein Film deshalb bisweilen etwas überfrachtet wirkt, muss sich Garrone gefallen lassen. Treibt er diesen Stil in seinen nächsten Projekten so weiter, begibt er sich wohl schon bald in die Nähe der Selbstparodie. Doch Dogman bleibt – nicht zuletzt dank Garrones Qualitäten als Regisseur – davon noch verschont. Die Geschichte vom kleinen Marcello, der sich in einer gnadenlosen Welt nach Ruhe und Frieden sehnt, berührt; die darin integrierte Milieuzeichnung ist hochgradig atmosphärisch."

Ganze Kritik auf Maximum Cinema (online einsehbar).

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Bad Times at the El Royale

© Twentieth Century Fox Film Corporation

★★★★

"Ohne moralisierend zu wirken, wird die Frage in den Raum gestellt, worin denn eigentlich der Reiz liegt, sich ins Leben von zwielichtigen Lügnern hineinzuversetzen. Tarantino fühlte sich zu solchen Gestalten hingezogen und machte sie zu seinen Helden. Goddard zoomt heraus und will wissen, warum das funktioniert hat. Eine schlüssige Antwort findet der Film trotz einer Laufzeit von 140 Minuten leider nicht. Dafür wartet er mit hohem Unterhaltungswert, grossartiger Kamera- und Ausstattungsarbeit sowie, in bester Thriller-Manier, mit unzähligen, ungemein stilsicher inszenierten Spannungsmomenten auf."

Ganze Kritik auf Maximum Cinema (online einsehbar).

Dienstag, 9. Oktober 2018

Venom

Wenn die akademische Filmwissenschaft dereinst ihre Bücher über das Superheldenkino des frühen 21. Jahrhunderts schreibt, wird sie Sam Raimis Spider-Man 3 (2007) als Meilenstein identifizieren. Nicht etwa, weil der von Kritik und Publikum für mässig befundene Film in irgendeiner Form stilbildend war, sondern weil er mit seiner überfrachteten Handlung und seinen bisweilen lächerlichen Szenen das Ende jenes Proto-Superheldenbooms besiegelte, der 2000 mit Bryan Singers X-Men begonnen hatte.

Auf Spider-Man 3 folgte die Zeitenwende. 2008 war sowohl das Jahr von Christopher Nolans Genre-Meisterstück The Dark Knight als auch von The Incredible Hulk und Iron Man – den Filmen, mit denen das "Marvel Cinematic Universe" seinen Anfang nahm. Es war das Jahr, in dem sich die Verhältnisse in Hollywood wirtschaftlich und ästhetisch zu verschieben begannen.

Und nun, so scheint es, wird Spider-Man 3 endgültig zu Grabe getragen – und seine Ära mit ihm. Nachdem seit 2007 bereits zwei neue Schauspieler ins Spider-Man-Kostüm geschlüpft sind – im Dezember wird ein dritter hinzukommen – gerät in Ruben Fleischers Venom noch die letzte grosse Eigenheit von Raimis Film in die Recyclingmaschinerie des Superheldengeschäfts: der Marvel-Schurke Venom, ein amorphes Alien, genannt Symbiont, das andere Lebensformen besetzen muss, um zu überleben.

Fleischer (Zombieland, Gangster Squad) erzählt dessen Herkunftsgeschichte ohne jeden Verweis auf Spider-Man, Venoms traditionellen Gegenspieler. Stattdessen konzentriert er sich auf Eddie Brock (Tom Hardy), in dessen Körper sich Venom (gesprochen von Hardy) besonders wohlfühlt, und der mithilfe seines ausserirdischen "Untermieters" die finsteren Pläne des milliardenschweren Wissenschaftlers Carlton Drake (Riz Ahmed) durchkreuzen will.

Darin steckt Potenzial. Wie Deadpool und Logan vor ihm ist Venom überwiegend von der Pflicht befreit, eine über sich selbst hinausweisende Franchisengeschichte zu erzählen, und kann sich somit ganz auf seine eigenen Angelegenheiten konzentrieren. Zudem ist Venom mehr ein blutrünstiges Monster als ein klassischer Comic-Bösewicht, was den Drehbuchautoren Kelly Marcel, Jeff Pinkner und Scott Rosenberg allerlei spannende Erzählansätze ermöglicht.

Eddie Brock (Tom Hardy) ist vom Alien Venom (gesprochen von Tom Hardy) besessen.
© Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH
Doch das Potenzial bleibt unerfüllt. Venom ist ein dröges, zahnloses und frustrierend unfokussiertes Werk, das es zu vielen Fansegmenten auf einmal recht machen will. Der Tonfall des Films schwingt hin und her zwischen düsterem Grusel-Superheldenfilm und schwarzer Buddy-Komödie Marke Deadpool.

Zwar funktioniert gerade Letzteres mitunter recht gut – vor allem dank Tom Hardys aberwitziger Doppeldarbietung –, doch Eddie Brocks beleidigungsreicher innerer Dialog mit Venom wird immer durch den austauschbaren, auf ernst getrimmten Plot ausgebremst, bevor er richtig in Schwung kommt. Es beschleicht einen der Verdacht, Hardy sei der einzige Mitwirkende, der sich in einer Komödie wähnt. Er ächzt, feixt und setzt sich in Hummeraquarien, als wäre er Jim Carrey, während um ihn herum betretene Blicke und humorlose Gespräche das Geschehen dominieren.

Zusammen mit Venom geht Eddie gegen die düsteren Machenschaften des Milliardärs Carlton Drake (Riz Ahmed) vor.
© Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH
Natürlich ist Ruben Fleischer nicht dazu verpflichtet, eine Komödie zu machen. Ebenso wenig darf man von ihm und seinem Autorenteam verlangen, sich vollauf dem Horrorgenre zu verschreiben. Das Problem jedoch ist, dass Venom beides zugleich tun will – vielleicht nicht in der Theorie, wohl aber in der Praxis. Den Zuschauerinnen und Zuschauern wird keine Horrorkomödie geboten – kein Ghostbusters (1984), kein The Frighteners (1996) –, sondern eine Komödie, in der die Lacher zu kurz kommen, sowie ein Gruselfilm, dem die nötige Atmosphäre fehlt.

Letztlich enttäuscht dieses dissonante, unsauber zusammengeschusterte Konstrukt mehr als es ärgert. Trotz eines stellenweise grässlichen Drehbuchs ("like a turd in the wind") sind die Zutaten für einen anregenden eigenständigen Superheldenfilm da – einfach nicht in der richtigen Dosis und Reihenfolge. Was bleibt, ist der Eindruck, dass hier, mit Ausnahme von Tom Hardy, niemand so richtig bei der Sache war.

★★