Mittwoch, 11. Februar 2026

Wuthering Heights

© 2026 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.

"Sonderlich überzeugend ist diese schwelgerische Interpretation aber trotzdem nicht. Dass die zweite Stunde von Wuthering Heights ganz im Zeichen der unglücklichen Sehnsucht steht, welche die verheiratete Catherine und der zurückgekehrte Heathcliff füreinander empfinden, führt zum einen zu einer ärgerlichen Plättung der tragenden Nebenfiguren Edgar Linton, seinem Mündel Isabella (Alison Oliver) sowie der Earnshaw-Haushälterin Nelly Dean (erst Vy Nguyen, dann Hong Chau). Zum anderen findet Fennell ausser repetitivem dramatischem Leerlauf und tiefenlosen Montagesequenzen kein Rezept, um besagte Sehnsucht stimmig abzubilden."

Ganze Kritik bei Filmbulletin

Mittwoch, 4. Februar 2026

No Other Choice

© 2026 Ascot Elite Entertainment. All Rights Reserved.

"Doch das grosse Vergnügen bei No Other Choice ist die entfesselt stilisierte Konstruktion der einzelnen Szenen: das komödiantisch eskalierende Attentat, bei dem Man-su sein Opfer vor der Erkenntnis bewahren will, dass seine Frau ihn betrügt; der Mord, der zugleich auch zahnmedizinischer Notfall, Familienkrisenbewältigung und Alkoholismus-Rückfall ist; die Match-Cuts, die zu Pointen werden; die gewitzten Überblendungen, Bildüberlappungen und Split-Screens, mit denen beinahe jeder Moment um ein gewisses Etwas erweitert wird."

Ganze Kritik bei Filmbulletin (erschienen in Ausgabe 1/26)

Dienstag, 3. Februar 2026

Maximum Cinema Filmpodcast #94: "Hiver à Sokcho" & "Hamnet"

© 2025 FOCUS FEATURES. A COMCAST COMPANY.

In Episode 94 des Maximum Cinema-Podcasts besprechen Olivia, Olivier und ich gleich zwei Romanverfilmungen: Hiver à Sokcho, basierend auf dem Romandebüt der französisch-schweizerischen Autorin Elisa Shua Dusapin, und die gleich achtfach oscarnominierte Bestselleradaption Hamnet. Wir gehen auch der Frage nach, welches die beste Filmemacher*innen-Familie ist und wo das "Nepo Baby" aufhört und die Dynastie anfängt.

Mittwoch, 28. Januar 2026

Hiver à Sokcho

© Frenetic Films AG

"Umso erstaunlicher ist es, wie wenig sich Regisseur Koya Kamura und Co-Autor Stéphane Ly-Cuong in ihrer Adaption von Elisa Shua Dusapins Roman Hiver à Sokcho (2016) um Chekhovs Maxim scheren. Viele der angedeuteten Konflikte bleiben ohne Eskalation, niemand stirbt an Lungenkrebs oder Kugelfischvergiftung. Dramaturgisch saubere Enden sind überbewertet, scheint Hiver à Sokcho zu argumentieren: Im Leben kommt es eh immer anders, als man denkt."

Ganze Kritik bei Filmbulletin

Mittwoch, 21. Januar 2026

Silent Friend

© Filmcoopi

"Überhaupt ist es bewundernswert, wie Silent Friend bei aller philosophischen Ambition niemals pompös oder prätentiös wirkt und sein Gespür für die kleinen Freuden des Kinos durchgehend beibehält: der grosse Tony Leung Chiu-wai, der in einem deutschen 'Asia Imbiss' sitzt, das subtile Mienenspiel von Luna Wedler, das Eichhörnchen, das dem ansonsten minutiös kalibrierten Schlussbild einen Hauch von Unwägbarkeit verleiht."

Ganze Kritik bei Filmbulletin (erschienen in Ausgabe 6/25)

Dienstag, 20. Januar 2026

Lesbian Space Princess

© First Hand Films

"Hough Hobbs und Varghese, die auch privat ein Paar sind, legen mit Lesbian Space Princess eine rasante, wunderbar spielfreudige Science-Fiction-Komödie vor, in der Beziehungen nicht nur magisches Märchenglück sind und das Label 'Lesbian Queen' von egozentrischen Selbstdarstellerinnen missbraucht werden kann."

Ganze Kritik bei Filmbulletin (erschienen in Ausgabe 6/25)

Montag, 19. Januar 2026

Hamnet

© 2025 FOCUS FEATURES. A COMCAST COMPANY.

"Als ganz besonders ärgerlich erweist sich die schmalzig-sentimentale Schlusssequenz im Globe-Theater: Hier wird Agnes zu einer blutigen Theateranfängerin ohne Sinn für Metaphern reduziert, während die herrlich vielschichtige, mitunter sogar witzige Tragödie Hamlet zu einer eindimensionalen Hamnet-Grabrede geplättet wird. Sohn Hamnet degeneriert zur austauschbaren Chiffre für Liebe und Trauer, Hamlet zur austauschbaren Chiffre für 'die Macht der Kunst'."

Ganze Kritik bei Filmbulletin (erschienen in Ausgabe 1/26)

Freitag, 16. Januar 2026

28 Years Later: The Bone Temple

© Sony Pictures Releasing Switzerland GmbH

"Kommuniziert werden diese Ideen über die Krux mit dem Glauben an das Gute im Menschen nicht mehr primär durch Spike, sondern durch das wunderbar bizarre Figurendreieck Kelson, Jimmy Crystal und Samson. Das wirkt vereinzelt vielleicht ein wenig didaktisch, funktioniert aber selbst in seinen ambitioniertesten Momenten dank des grossartigen Zusammenspiels der drei Darsteller: der zärtlich ironische Fiennes als radikal empathischer Botschafter der alten Welt, der bedrohlich manische Jack O’Connell, der es hervorragend versteht, die Risse in Jimmys Selbstdarstellung sichtbar zu machen, und der aufwendig geschminkte, mit expressiver Körpersprache glänzende Chi Lewis-Parry, der hier nach seinen Enthauptungseskapaden in 28 Years Later zum unerwarteten Sympathieträger aufsteigt."

Ganze Kritik bei Filmbulletin

Donnerstag, 15. Januar 2026

Der Mann auf dem Kirchturm

© Calypso Film AG

"Wie schon in Hexenkinder (2020), der die Kindsmisshandlungen der Ingenbohler Schwestern auf luzide Weise mit frühneuzeitlichen Dämonensagen verknüpft, findet Beeler hier politische, soziale und kulturhistorische Relevanz im zutiefst Persönlichen. Der Mann auf dem Kirchturm beginnt als Auseinandersetzung mit dem Umstand, dass der Regisseur – wie wohl die meisten Zuschauer:innen – nur sehr wenig über die Generation seiner Grosseltern und praktisch gar nichts über seine acht Urgrosseltern weiss, und arbeitet sich im Zuge der grossväterlichen Vita zu einer Art Mikrohistorie der Schweiz im 20. Jahrhundert vor."

Ganze Kritik bei Filmbulletin

Mittwoch, 14. Januar 2026

Eureka

© Sister Distribution

"Mit seiner dreigeteilten Erzählung über verschiedene Formen indigener Identität und ihre verworrene Beziehung mit direkt und indirekt ausgeübtem Imperialismus – mit Frontier-Mythen, institutionalisiertem Rassismus und Extraktions-Kapitalismus – formuliert Alonso nicht weniger als eine raffiniert unorthodoxe, postkolonial-alternative Geschichte der modernen 'Neuen Welt'."

Ganze Kritik bei Filmbulletin

Dienstag, 13. Januar 2026

Maximum Cinema Filmpodcast #93: "Roofman" & "Lesbian Space Princess"

© First Hand Films

In Episode 93 des Maximum Cinema-Podcasts trotzen Olivier, Olivia und ich dem trüben Januarwetter und widmen uns zwei lustigen und herzerwärmenden Filmen: der von realen Ereignissen inspirierten Tragikomödie Roofman mit Channing Tatum und Kirsten Dunst und dem wilden Animationsspass Lesbian Space Princess aus Australien. Und zum Schluss schwelgen wir noch in Erinnerungen an unsere liebsten Kinderserien.

Donnerstag, 8. Januar 2026

Father Mother Sister Brother

© Filmcoopi

"Mit anderen Worten: Father Mother Sister Brother ist, bei allen Spätstil-Merkmalen, vor allem ein lupenreiner Jarmusch – eine etwas steifer geschriebene Variation auf den weltenbummelnden Taxi-Dialogfilm Night on Earth (1991). Die drei Episoden verhandeln mit staubtrockener Lakonie, die gewisse Zuschauer:innen vielleicht mit Belanglosigkeit verwechseln könnten, quasi in Echtzeit die komplexe Gefühlswelt von Männern und Frauen, die mit der Erkenntnis konfrontiert werden, dass sie sich zu einem gewissen Grad von ihren Eltern entfremdet haben."

Ganze Kritik bei Filmbulletin

Mittwoch, 7. Januar 2026

Rental Family

© 2025 Searchlight Pictures. All Rights Reserved.

"Hikaris grösstes Verdienst ist indes ihre Arbeit mit ihren Darsteller:innen: Ganz im Sinne der Handlung, die sich ums Schauspielern und um das Aufeinandertreffen von Identitäten und Kulturen dreht, agiert Brendan Fraser nach der 'naturalistischen' nordamerikanischen Schule, während seine japanischen Leinwandpartner:innen sich nach japanischer Konvention stilisierter, expressiver ausdrücken. Es sind subtile Unterschiede, die dem ansonsten relativ simpel gehaltenen Film guttun."

Ganze Kritik bei Filmbulletin (erschienen in Ausgabe 6/25)

Dienstag, 6. Januar 2026

Roofman

© 2025 Ascot Elite Entertainment. All Rights Reserved.

"Die wahre Geschichte des 'Roofman'-Räubers ist eine fast schon allzu perfekte Metapher auf das Ende des amerikanischen Neunzigerjahre-Booms – zumindest in der Dramatisierung des 2010er-Indie-Darlings Derek Cianfrance (Blue Valentine, The Place Beyond the Pines). Denn wovon handelt Roofman, wenn nicht von einem Veteranen irgendeiner undurchsichtigen Clinton-Militärkungelei, der in finanzielle Schwierigkeiten gerät, sich die Fliessband-Architektur der amerikanischen Franchising-Ökonomie zunutze macht, sich in die hinterste Ecke eines dem Untergang geweihten Einzelhändlers zurückzieht und schliesslich das Heil im US-Christentum sucht? Beeindruckend, wie organisch die grossen Themen und Bruchlinien der modernen USA in einer einzigen Lokalnachrichten-Kuriosität zusammenlaufen."

Ganze Kritik bei Filmbulletin (erschienen in Ausgabe 6/25)